Liebe Parkettfreunde,
Bewährt hat sich das Auskitten von Fugen nach dem ersten Mittelschliff. Hierzu wird eine Holzkittlösung mit dem Schleifstaub des Mittelschliffs (Körnung 80) angeteigt. Ebenfalls bewährt haben sich Pulverkittmassen, die mit Wasser vermengt werden. Die Mischung von Fugenkittlösungen und Schleifstaub muss richtig gewählt werden. Ist die angeteigte Kittmasse zu dünn, wird sie absacken oder seitenverleimende Eigenschaften aufweisen. Ist diese zu dick, so besteht die 'Gefahr' des Ausbrechens beim Schleifen.
Das Mischungsverhältnis ist im 'Technischen Merkblatt' des jeweiligen Produkts hinterlegt.
Der angeteigte Kittbrei wird mit einem elastischen Spachtel vollflächig auf der gesamten Fläche aufgetragen und abgespachtelt. Bei breiteren Fugen wird dieser Vorgang mehrmals wiederholt.
Die Fugenkittmasse sollte nach dem Aufspachteln scharf abgezogen werden, denn je mehr Masse auf der Fläche liegen bleibt, umso mehr muss geschliffen werden
Das Schließen der Holzfugen mit Fugenkittmasse vermindert weitgehendst das Absacken der Siegel im Fugenbereich. Gleichzeitig wird die Gefahr der Seitenverleimung minimiert.
Nach vollständigem Trocknen der gekitteten Fläche wird nun der nächste Schleifgang durchgeführt.
Wichtig ist, dass der Überschuss des Kittmaterials, komplett abgeschliffen wird. Bleiben Kittnester zurück, werden diese nach der Versiegelung erhebliche Farbveränderungen auftreten lassen bzw. beim Imprägnieren, dringt das Parkettöl an diesen Stellen nicht ins Holz.
Nach dem Verkitten werden die Ränder ein zweites Mal geschliffen. Weil die Schleifspuren des ersten Mittelschliffs und der überschüssige Fugenkitt mit der feinen Körnung des Feinschliffs oft nicht restlos zu beseitigen sind, empfiehlt sich ein zweiter Mittelschliff mit der Körnung 80.
Danach ist der Parkettboden sorgfältig abzusaugen. Der Schleifdruck der Bandschleifmaschine ist zu reduzieren, dann kann der Feinschliff (K 100/ K120) erfolgen.
Wasserbasierter oder lösemittelbasierter Fugenkitt – welcher ist der richtige?
Bei der Wahl des Fugenkitts stehen Euch grundsätzlich zwei Varianten zur Verfügung: wasserbasierte und lösemittelbasierte Produkte. Wasserbasierte Fugenkitte sind geruchsarm, umweltfreundlicher und leichter zu verarbeiten. Sie eignen sich hervorragend für Wohnräume und sind die erste Wahl, wenn Ihr in bewohnten Räumen arbeitet. Allerdings schrumpfen sie beim Trocknen etwas stärker, weshalb bei breiteren Fugen ein zweiter Auftrag notwendig sein kann.
Lösemittelbasierte Kitte hingegen bieten eine höhere Elastizität und haften besonders gut auf schwierigen Untergründen. Sie sind die bessere Wahl für stark beanspruchte Böden oder wenn die Fugen größer als 2 mm sind. Beachtet jedoch, dass lösemittelhaltige Produkte eine gute Belüftung erfordern und längere Trocknungszeiten haben können.
Die richtige Farbwahl ist mindestens genauso wichtig wie der Kitttyp. Bedenkt, dass der Fugenkitt nach dem Trocknen in der Regel etwas heller wird als im feuchten Zustand. Am besten mischt Ihr den Kitt mit dem Schleifstaub Eures eigenen Parketts – so erhaltet Ihr eine nahezu perfekte Farbabstimmung. Bei fertig eingefärbten Kitten empfiehlt es sich, eine Probefuge an einer unauffälligen Stelle anzulegen, bevor Ihr die gesamte Fläche bearbeitet.
Ich hoffe, ich konnte Euch bei Laune halten und ein paar wichtige Informationen streuen zum Thema 'Fugen verkitten'.
Bis zum nächsten Blogbeitrag verbleibe ich mit den besten Wünschen.
Alles Gute für Euch und natürlich für Euren Parkettboden.
Euer Diddi